„Moorburg ist wie kein zweiter Standort mit der Zukunft der grünen Wasserstoffproduktion verbunden“, sagt Hamburgs Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard. Der Elektrolyseur sei der wesentliche Baustein eines Wasserstoff-Verbundprojektes, bei dem Partnerunternehmen der Industrie und der Energiewirtschaft eng zusammenarbeiten. Langfristig solle Moorburg durch ein Pipelinesystem mit den Hamburger Unternehmen und dem überregionalen Pipelinesystem Hyperlink verbunden werden, so Leonhard weiter. „Wir positionieren Hamburg damit als eine europäische Keimzelle, von der aus der Hochlauf einer modernen Wasserstoffwirtschaft vorangetrieben und so die gesamteuropäische Wirtschaftskraft gestärkt werden kann“, erläutert die Wirtschaftssenatorin weiter.
Seit Anfang März 2023 gehört die Vattenfall Heizkraftwerk Moorburg GmbH den Hamburger Energiewerken (HEnW). Das städtische Unternehmen hat das Grundstück sowie die Gebäude und verbliebenen Komponenten des ehemaligen Kohlekraftwerks am Standort Moorburg von Vattenfall erworben. Darüber hinaus sollen auch die 94 Mitarbeiter:innen der Moorburg GmbH übernommen werden. Mit dem Kauf wurde ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer Wasserstoffwirtschaft in Hamburg getan. Denn das Ziel der Hamburger Energiewerke ist es, am Standort Moorburg eine Wasserstoffinfrastruktur aufzubauen. Dazu gehört der Elektrolyseur „Green Hydrogen Hub“, der vor Ort errichtet werden soll. Einige Komponenten des ehemaligen Heizkraftwerks sollen dabei weiter verwendet werden.
Hamburg auf dem Weg zur „europäischen Keimzelle“ der Wasserstoffwirtschaft
Elektrolyseur soll von der EU finanziell gefördert werden
Der Standort des geplanten Wasserstoffknotenpunkts biete viele Vorteile. „Moorburg ist wegen seiner Lage und Anbindung an Leitungen und Transportwege ein idealer Standort für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft“, erklärt Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan. Der Bau des Elektrolyseurs soll im Rahmen der IPCEI-Förderung der EU finanziell unterstützt werden. Die Bundesregierung hatte der EU die Pläne im vergangenen Jahr zur Förderung vorgeschlagen. Außerdem hat die Stadt Hamburg eine entsprechende Kofinanzierung des Projekts beschlossen. „Zusammen mit dem Wasserstoff-Industrienetz HH-WIN der städtischen Gasnetzgesellschaft wird am Standort Moorburg der Grundpfeiler für Hamburg als ein führender Wasserstoffstandort gelegt“, betont Kerstan.
Mehr Handlungsfreiheit durch Erwerb des Geländes
Der Kauf des Geländes und der Infrastruktur am Standort Moorburg bietet den Hamburger Energiewerken mehr Handlungsspielraum. „Der Aufbau einer großskaligen Wasserstoffproduktion und der Rückbau des bestehenden Kraftwerks können von jetzt an aus einer Hand erfolgen“, sagt Christian Heine, Sprecher der Geschäftsführung von HEnW. „Es liegt in der Natur der Sache, dass es zwischen Rückbau, Umnutzung und Aufbau einer neuen Infrastruktur widerstreitende Interessen und genehmigungsrechtliche Herausforderungen gibt. Diese Konflikte können wir mit dem Kauf künftig vermeiden“, so Heine weiter. Gemeinsam mit den ehemaligen Mitarbeiter:innen von Vattenfall soll nun der Rückbau vor Ort weitergeführt werden. Im Rahmen des deutschen Kohleausstiegs wurde das Kraftwerk Moorburg im Juli 2021 stillgelegt.
nj/sb